Eine Wanderung von Chamorga zur Casa de Tafada – Teneriffa

Das Anaga-Gebirge ist groß. Das wussten wir, aber wir wussten nicht, wie groß es ist, bis wir zum letzten Dorf an der Straße, Chamorga, hinausfuhren. Obwohl unser Haus direkt vor der Haustür von Anaga liegt, brauchten wir für die Fahrt weit über eine Stunde – etwa so lange wie für die Fahrt zum anderen Ende von Teneriffa!

Wanderung von Chamorga zur Casa de Tafada auf Teneriffa

Chamorga hat das ganze Jahr über weniger als 50 Einwohner, aber ich bin überrascht, dass sich überhaupt so viele Menschen dafür entscheiden, hier zu leben, so abgeschieden vom Rest der Menschheit. Von dieser weit abgelegenen Stadt aus ist der Einkauf im Supermarkt ein ganztägiges Projekt. Was, wenn man das Mehl vergisst? Ein Kinobesuch ist wahrscheinlich etwas, wovon Chamorgas Kinder (alle sieben) träumen, als ein langfristiges Ziel.

Aber die Verlockung, an einem solchen Ort zu leben, ist unübersehbar. Chamorga ist wunderschön und sieht so aus, wie es vor 50, 100 oder 300 Jahren ausgesehen haben muss (jetzt allerdings mit Telefonkabeln). Der Ort ist absolut bezaubernd, mit seinem alten Stufenpfad, den traditionellen, in die Hügel gebauten Häusern, der bescheidenen Kirche und dem kleinen Platz, der das Zentrum des Stadtlebens darstellt. Ich könnte nicht lange auf die Annehmlichkeiten des Stadtlebens verzichten, aber ich nehme an, dass es Menschen gibt, die an einem solchen Ort sehr glücklich wären.

Der von uns gewählte Weg würde uns in die Berge hinter Chamorga führen, zum Cruz del Dragillo und zum Roque Icoso, und weiter zu den so genannten Casas de Tafada. Fallas Du viele unserer Beiträge aus Anaga gelesen hast, weisst Du inzwischen Bescheid, und ich werde nicht weiter über die extreme natürliche Schönheit des Parks und die atemberaubenden Wege, die sich durch ihn schlängeln, schwärmen… es genügt zu sagen, dass die Wanderung von Chamorga nicht von diesem Trend abwich. Einfach atemberaubend, mit schwindelerregenden Aussichten über die Hügel und auf den Ozean.

Chamorga Wanderung Tenriffa Anaga Park

Bei den Casas de Tafada, einem einzigartigen „Haus“, von dem ich annehme, dass es eine Art Außenposten war, beschlossen wir, einen Abstecher zum Leuchtturm der Punta de Anaga zu machen. Dieser Leuchtturm wurde 1864 erbaut und ist nicht nur immer noch in Betrieb, sondern hat auch noch seine ursprüngliches Objeltiv… leider konnten wir nicht sehr nah heran, da er eingezäunt ist, aber es war eine schöne Wanderung den Hügel hinunter zum nordöstlichsten Punkt der Insel. (Die Wanderung zurück nach oben war weniger „schön“).

Nachdem wir die Wanderung beendet hatten, aßen wir zu Mittag und bestellten im einzigen Restaurant des Ortes, Casa Álvaro, das Einzige, was auf der Karte stand. In einem Ort wie Chamorga nimmt man, was man bekommt. Zum Glück war der fleischhaltige Eintopf köstlich und genau das, was unsere müden Körper brauchten, denn er gab uns gerade genug Energie, um die Heimfahrt zu bewältigen. Ich weiß nicht, ob wir Chamorga jemals wiedersehen werden, aber die Reise war es auf jeden Fall wert.

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