Taborno rettet den Tag

Wäre Taborno an einem anderen Ort gelegen, wäre der Tag ein absoluter Reinfall gewesen. Das Einzige dort, was wir vorhatten, hat nicht geklappt… aber schau Dir diese Aussicht an! Wir waren nicht in der Lage, eine geeignete Ersatzaktivität zu finden… außer diese fantastische Aussicht zu genießen! Objektiv gesehen war der Tag ein totaler Reinfall. Aber Mann, haben wir diese Aussicht genossen.

Taborno Teneriffa

Wir hatten Lust, etwas Handwerkliches zu sehen, und beschlossen, einem heißen Tipp über eine Käserei in den Hügeln von Taborno nachzugehen. Als wir in der Stadt ankamen, steuerten wir das einzige Lokal an, welches geöffnet war: ein Restaurant namens „Historias Para No Dormir“ … benannt nach einer spanischen Horrorserie, was übersetzt „Geschichten, die dich wach halten“ bedeutet, was ein ziemlich verrückter Name für ein Restaurant mitten im Nirgendwo ist.

„Käsemacher?“, fragten wir, und sie hatten keine Ahnung, wovon wir sprachen, also war’s das. Wir hatten über eine Stunde damit verbracht, in die entlegensten Winkel des Anaga Parks zu fahren, für ein Abenteuer, das etwa fünf Minuten dauerte. Aber weil wir an diesem Ort gescheitert waren, war der Tag trotzdem sehr lohnend.

Der Taborno Fels – Einzigartige Landschaft auf Teneriffa

Wir machten uns auf den Weg zum Ende der Stadt, buchstäblich zu der Stelle, wo der Erdboden auf eine Klippe trifft und in eine Schlucht abfällt. Dort fanden wir einen Wanderweg, der uns am Roque de Taborno vorbeiführte, einer beeindruckenden geologischen Felsformation, und an ein paar Bauernhöfen mit verzweifelten Ziegen, die über die vielleicht ersten Menschen, die sie seit Monaten gesehen hatten, meckerten. Der Weg war kurz, hatte aber einen erstaunlichen Abschnitt mit einem steilen Abhang und Ausblicken über ein Tal von vollkommener Ruhe.

Toborno Fotos Teneriffa

Ich hatte schon fast erwartet, dass uns die Besitzer von „Historias Para No Dormir“ in den Wald folgen und uns in Stücke hacken würden, aber wir kamen unversehrt wieder heraus. Und auf dem Weg zu unserem Auto hörten wir, wie uns jemand rief. Ein Mann im Rathaus/Restaurant/Kulturzentrum von Taborno hatte uns gesehen und wollte uns Eier geben. Wir saßen also auf den Bänken des kleinen Platzes von Taborno, schälten hartgekochte Eier, unterhielten uns mit einem freundlichen Einheimischen und vergaßen dabei völlig die Misserfolge des Tages.

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